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| Martin Brand |
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Martin Brand (*1975)„Match“, 2005
Die Drei-Kanal-Videoinstallation „Match“ von Martin Brand zeigt aus drei verschiedenen Perspektiven ein Gefecht zwischen rivalisierenden Hooligan-Gruppen. Jene verabredeten Kämpfe gehören zu den virilen Gewaltritualen der Szene und werden von dieser nahezu kultiviert. Bei dem Amateurvideomaterial handelt es sich um found footage, auf das der Künstler im Rahmen einer Internetrecherche gestoßen ist. Die unterschiedlichen Aufzeichnungen dokumentieren ein und dasselbe Geschehen: eine Schlägerei auf offenem Feld in den 1980er Jahren. Martin Brand gelingt es das Material anhand der Tonspuren minutiös zu synchronisieren und dadurch miteinander zu verknüpfen. Somit ergänzen sich die Aufnahmen wechselseitig – nicht nur vermittels der jeweils anderen Blickwinkel; auch werden etwa fehlende Stellen oder unterbrochene Momente komplettiert. Durch mehrmalige Kopiervorgänge und digitale Komprimierung ist die Qualität des gefundenen Materials derart lädiert, dass jegliche Details verwischen und die Bilder teilweise bis ins Unklare verschwimmen. Pixel und Rauschen bestimmen die Bildästhetik. Auf Soundebene entsteht mit der Kombination der Videokanäle ein akustisches Gewirr aus einem leisen Stimmen-Durcheinander, Geraschel und schweren Atemgeräuschen. Damit transportiert der Ton auf sehr subtile Art und Weise die Erregung und Nervosität der Situation, wodurch diese für den Betrachter erst emotional erfahrbar wird. Das ebenfalls zu hörende idyllische Vogelgezwitscher stellt überdies einen spannungsvollen Kontrast zu der martialischen Bildebene dar. Martin Brand unterstreicht die dargebotene Ästhetik der Aggression zusätzlich, indem er die Bilder verdichtet und verlangsamt. Dadurch wird die hypermaskuline Gewaltszenerie geradezu ins Absurde entrückt und erscheint seltsam unwirklich. text by jelena jazo/ inter-cool 3.0
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