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Künstler & Arbeiten
inter-cool 3.0 extern
Interaktiv
| Nan Goldin |
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Nan Goldin (* 1953)“Jimmy Paulette after the parade”, 1991
Nan Goldins künstlerische Herangehensweise lässt sich gleichzeitig als radikal dokumentarisch und vornehmlich von Emotionalität bestimmt beschreiben.
Ihre Werke zeigen fast ausschließlich Menschen, mit denen sie in engem Kontakt steht. Über unterschiedlich lange Zeiträume hinweg fotografiert sie enge Freunde, Verwandte und Bekannte wie Jimmy Paulette in verschiedenen Lebenssituationen und lässt den Bildbetrachter an privaten Momenten dieser Menschen teilhaben. Sie gewährt dem Zuschauer einen unmittelbaren, intimen Zugang, der sich durch das Vertrauensverhältnis von Fotografin und Model bedingt und durch das Begleiten der Personen in unterschiedlichen Zuständen und Konstellationen intensiviert wird. Das situative, spontane Moment ihrer Aufnahmen, frei von minutiöser Planung und Bildbearbeitung, gepaart mit der emotionalen Nähe, die Nan Goldin mit ihren Akteuren verbindet, verleiht den Arbeiten eine reelle Wirkung. Auch ihre zahlreichen Selbstporträts, die sie wie auch ihre Modelle ungeschönt präsentieren, tragen zu diesem Eindruck bei. In den siebziger Jahren porträtierte Goldin in Boston befreundete Transvestiten, mit denen sie zusammenlebte, nicht nur in aufwändigen Kostümen bei wöchentlichen Schönheitswettbewerben sondern auch in privaten Situationen. Das Hinterfragen gesellschaftlich limitierter Geschlechterrollen und eine Faszination für die Schönheit des dritten Geschlechts bildet einen thematischen Schwerpunkt dem sie sich, wie in „Jimmy Paulette after the parade“ aus dem Jahr 1991, wiederholt widmet. Die farbige Fotografie zeigt in der für die Künstlerin typischen Schnappschussästhetik einen jungen geschminkten Mann in goldfarbenem BH bei Tageslicht auf einem Weg stehend. Auf den ersten Blick vorgeblich zufällig angeordnet, lässt die Aufnahme durch eine perfekte Zentrierung des Abgebildeten im Bildvordergrund Goldins durchaus sehr bewussten Umgang mit Komposition erkennen, den sie in anderen Werken auch häufig scheinbar vorsätzlich dekonstruierend einsetzt. text by Marie Kronauer /inter-cool 3.0
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